Der Hitler-Mythos: Führerkult und Volksmeinung
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Erstklassige Analyse
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Rezension bezieht sich auf: Der Hitler-Mythos: Führerkult und Volksmeinung (Taschenbuch) Das vorliegende Buch hat weder die Intention, einen detaillierten Einblick in die Funktionsweise des NS-Staates noch eine genaue bibliografische Darstellung des Lebens und Wirkens von Adolf Hitler zu liefern. Allerdings erklärt es in einer vorbildlichen Art und Weise Aufstieg und Fall der Popularität des „Führers" und gibt damit Einblick in das Volksempfinden der Deutschen beginnend mit den Jahren der Machtergreifung bis zum Kriegsende im Jahre 1945. Der Hauptgrund, warum sich die Beschäftigung mit der Thematik „Drittes Reich" lohnt, liegt wahrscheinlich in der Frage „Wie konnte ein derartiger Verlauf der Geschichte möglich werden?". Kershaw's Buch erweist bei der Beantwortung dieser Frage große Dienste, denn es zeigt deutlich, welche massenpsychologischen Bedingungen in den 30er Jahren (nicht nur in Deutschland) geherrscht haben und wie es für so viele Menschen in Anbetracht dieser Bedingungen absolut rational war, den Nationalsozialismus derart hingebungsvoll zu unterstützen. Hitler brauchte vielfach nur auf einem schon vorgestimmten Instrument spielen, was deutlich macht, dass in den Anfangsphasen das NS-System weit entfernt von einer Diktatur war, sondern sich auf eine breite Unterstützung in der Bevölkerung verlassen konnte. Dem Erfordernis der differenzierten Betrachtungsweise kommt Kershaw insofern nach, als er genau herausarbeitet, dass das Image des „Führers" und das Image der „Partei" nicht nur oft nicht übereinstimmte sondern sich sogar auch in die jeweilige Gegenrichtung entwickeln konnte (so z.B. bei der Niederschlagung des SA-Putsches). Ebenso erhellend ist die Analyse der Rolle des Antisemitismus bei der Unterstützung Hitlers. Was mir allerdings etwas gefehlt hat, war eine Untersuchung des Einflusses auf die Volksmeinung durch Hitler's Buch „Mein Kampf", das nur einmal beiläufig erwähnt wird. Alles in allem stellt aber „Der Hitler-Mythos" eine Empfehlung dar, die nicht nur einen alternativen Zugang zur Vergangenheit gewährt, sondern auch im Lichte aktueller Entwicklungen, vor allem im Hinblick auf Demagogie und Populismus, so manche Parallelität aufzeigt.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 17. März 2001
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